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14.07.2016

Schwache Herzen besser überwachen

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Miniatursensor ermöglicht telemedizinische Kontrolle

Das Team der ersten Implantation des Sensors an der Berliner Charité (v.l.n.r.) : Oberarzt Dr. Mattias Roser, Leiter der Elektrophysiologie, und Oberarzt PD Dr. David Leistner (hinten), zusammen mit den Studienkoordinatorinnen Katja Hubert und Anne Kremer und dem sichtlich zufriedenen Herzschwächepatienten.

An der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ist erstmals ein Miniatur-Überwachungssystem des Herzens implantiert worden. Mit dieser neuartigen Technologie können die Druckwerte bei Patienten mit Herzschwäche unkompliziert und zuverlässig aus der Ferne gemessen werden. Die engmaschige telemedizinische Kontrolle schützt die Patienten und vermeidet regelmäßige Aufenthalte im Krankenhaus.

Die Klinik für Kardiologie am Charité Campus Benjamin Franklin hat als erste in Berlin und eine der ersten Einrichtungen in Europa einem Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche das CardioMems-System implantiert. Der kleine drahtlose Sensor ist nicht größer als eine Büroklammer und wird unkompliziert und sicher über einen Katheter in den Körper eingeführt. Anschließend ermittelt das Gerät regelmäßig den Herzdruck und übermittelt die Werte an den behandelnden Arzt. Anders als bisherige Untersuchungsmethoden ermöglicht die neue Technologie eine zuverlässige telemedizinische Kontrolle und damit auch die Überprüfung und Anpassung der Medikation.

"Der Sensor stellt eine optimale Erweiterung der Behandlungsoptionen bei Patienten mit schwerer, fortgeschrittener Herzinsuffizienz dar. Für diese Patientengruppe hat sich das System als außerordentlich wertvoll erwiesen", erklärt Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie am Campus Benjamin Franklin. Die Oberärzte Dr. M. Roser, Leiter der Elektrophysiologie und PD Dr. D. Leistner von der Klinik für Kardiologie, fügen hinzu: "Wir gehen davon aus, dass sich durch die optimale Behandlung auch die Lebensqualität unserer Patienten verbessert, da sie stabiler sind und seltener wegen Luftnot oder Wassereinlagerungen im Krankenhaus behandelt werden müssen."

Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, ist eine Störung der Funktionsfähigkeit, die mit Leistungseinschränkungen, Luftnot und Brustschmerzen sowie Herzrhythmusstörungen einhergeht. Sie gehört zu den drei häufigsten Todesursachen in Deutschland. Für eine optimale Behandlung müssen die Patienten regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, da eine unbemerkte Verschlechterung der Erkrankung schwerwiegende Folgen haben kann.

Kontakt

Prof. Dr. Ulf Landmesser
Direktor der Klinik für Kardiologie
Campus Benjamin Franklin
t: +49 30 450 513 702
Direktion-Kardio-CBF(at)charite.de
https://kardio-cbf.charite.de



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