Rhythmologie

Das Leistungsspektrum der Klinik umfasst die gesamte moderne Diagnostik und Therapie einschließlich der Notfallversorgung und intensivmedizinischen Betreuung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Hierfür stehen neben der Intensivstation eine Station mit rhythmologischem Schwerpunkt, die Rhythmusambulanz, die ICD- und Schrittmacherambulanz sowie  2 Katheterlabore für elektrophysiologische Eingriffe und Interventionen einschließlich der Implantationen zur Verfügung.

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Klinischer Schwerpunkt:

Den klinischen Schwerpunkt im Bereich der Behandlung von Rhythmusstörungen bilden die Diagnostik und Behandlung tachykarder ventrikulärer und supraventrikulärer Herzrhythmusstörungen.

Für die Behandlung der tachykarden Arrhythmien kommen neben den Möglichkeiten der medikamentösen Differentialtherapie, die Implantation von automatischen Defibrillatoren (ICD) und modernste Methoden der Katheterablation zur Anwendung.

  • die Implantation von Herzschrittmachern zur Therapie bradykarder Arrhythmien
  • sowie die Implantat-gestützte Therapie der Herzinsuffizienz zur kardialen Resynchronisation (CRT) und kardialen Kontraktionsmodulation (CCM)
  • Implantation von Herzschrittmachern (Ein- und Zweikammersysteme)
  • Implantation von biventrikulären Schrittmachersystemen zur Behandlung der Herzinsuffizienz
  • Implantation von Ereignisrekordern
  • Elektrophysiologische Untersuchungen
  • Radiofrequenzstrom-Ablationen (z.B. bei WPW-Syndrom, AV-Knoten-Reentry, Vorhofflattern, Vorhofflimmern)
  • Externe und intrakardiale Kardioversionen (in Kurznarkose)
  • Implantation von Defibrillatoren/ICD (Einkammer-, Zweikammer- und biventrikuläre Systeme)
  • ICD-Testungen in Kurznarkose

Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen

Zur Behandlung von Rhythmusstörungen aus den Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmien: , symptomatische ventrikuläre Extrasystolie,  idiopathische Kammertachykardie, Kammertachykardie bei ischämischer und nichtischämischer Kardiomyopathie, Kammerflimmern) kann die Therapie mit implantierbaren Defibrillatoren (ICD), die medikamentöse Therapie und/oder die Katheterablation angewandt werden.

  • Die Ablationstherapie von Kammerarrhythmien stützt sich auf die Anwendung eines Ablations-Systems in Verbindung mit einem 3D-Mappingsystem (CARTO; EnSite NavX). Mit Hilfe der 3D-Mappingsysteme kann ein 3-dimensionales Computermodell der Herzkammern erstellt werden, das der realen anatomischen Geometrie der natürlichen Herzkammern entspricht. Dieses Modell ermöglicht die Visualisierung des Erregungsablaufes einer Rhythmusstörung in einem sogenannten Aktivierungs-Map oder die Darstellung von Narben-Arealen (Substrat-Map). Dies ermöglicht die gezielte Behandlung des Substrates, das die Arrhythmie verursacht durch die Katheterablation mit Hochfrequenz- oder Cryo-Energie. Die Ablation von komplexen Rhythmusstörungen aus der Herzkammer wird mit einem magnetischen Remote- Navigationssystem (Niobe-Stereotaxis) durchgeführt. Dieses System ermöglicht eine exakte Führung des Ablationskatheters, vermindert die Komplikationsmöglichkeiten und reduziert die Röntgenstrahlung während des Eingriffs.
  • Implantierbare automatische Defibrillatoren (ICD) haben die Aufgabe lebensbedrohliches Herzrasen zu erkennen und zu behandeln (Kammertachykardie, Kammerflimmern). Beim lebensbedrohlichen Herzrasen ist die Zeit zwischen den Schlagfolgen sehr kurz, so dass sich das Herz nicht ausreichend mit Blut füllen kann. Das führt zu einer Durchblutungsminderung und damit zu einem Sauerstoffmangel von lebenswichtigen Organen. Das empfindlichste Organ ist das Gehirn. Als Folge des Sauerstoffmangels des Gehirns beim lebensbedrohlichen Herzrasen kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Wenn der Sauerstoffmangel länger andauert tritt ein tödlicher Herzkreislaufstillstand ein. ICD verfügen daher über eine diagnostische EKG-Monitor-Funktion, Behandlungsoptionen durch elektrische Überstimulation, elektrische Kardioversion und elektrische Defibrillation sowie eine Schrittmacherfunktion.
  • Zur Diagnostik und zur Risikoerkennung gefährdeter Patienten hinsichtlich des plötzlichen Herztodes werden im Hause alle konventionellen nichtinvasiven Verfahren wie Langzeit-EKG, Task-Force-Monitor, Herzfrequenzvariabilität, dynamische QT Dispersion durchgeführt.
  • Darüber hinaus wird die invasive elektrophysiologische Untersuchung (EPU) zur Identifikation gefährdeter Patienten angewandt, insbesondere bei einem Zustand nach Herzinfarkt oder bei Patienten mit Rhythmusstörungen und Verdacht eines Ursprungs aus den Herzkammern.
  • Bei Patienten mit Synkopen ergänzen die Kipptisch-Untersuchung, die EPU und/oder die Implantation eines Ereignisrekorders das diagnostische Programm.

Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen

Bei der Behandlung supraventrikulärer Rhythmusstörungen ( regelmäßige Tachykardie: AV-Knoten-Reentrytachykardie, Tachykardie bei akzessorischer Leitungsbahn wie WPW-Syndrom oder Mahaim-Bahn, Vorhoftachykardie),  ist die Katheterablation mittels Hochfrequenz (HF)- oder Kryoenergie die Therapie der ersten Wahl. Ziel der Katheter-Ablation ist die Zerstörung eines kleinen kardialen Muskelareals, das für die Initiierung und Aufrechterhaltung von Tachykardien verantwortlich ist. Dieses kleine kardiale Muskelareal ist eine dünne Gewebeschichtlage, die  im Kontakt zur  Katheterablationselektrode  direkt durch elektrischen Strom erhitzt oder durch Kälteenergie gefroren wird. Bei der HF-Katheterablation wird nur der Frequenzbereich zwischen 350 und 750 kHz genutzt, weil der Strom dort einen rein thermischen Effekt auf das Gewebe hat.
Die Cryo-Energie bietet den Vorteil der Reversibilität des elektrischen Effekts und der Adhäsion am Herzgewebe. Sie vermindert das  Risiko des Auftretens eines AV-Knotenblockes z.B. bei der Ablationstherapie einer AV-Knotenreentrytachykardie oder bei der Ablation von septalen akzessorischen Leitungsbahnen.

Vorhofflimmern und Vorhofflattern verursachen eine unregelmäßige Tachykardie, d.h. der Puls ist unregelmäßig schnell.

Zur kathetergestützten Behandlung von Vorhofflimmern bieten wir 2 Standardverfahren an: 

die zirkumferentielle Lungenvenenablation, bei der mittels Hochfrequenzenergie unter Einsatz eines 3D-Mappingsystems die Lungenveneneingänge in den linken Vorhof vorhofseitig elektrisch vom linken Vorhof isoliert werden. Das erfolgt häufig unter Einsatz der magnetischen Navigation (Niobe-Stereotaxis) zur Führung des Ablationskatheters. Erforderlich ist eine doppelte transseptale Punktion um einen zirkulären Lungenvenen-Diagnostikkatheter neben dem Ablationskatheter in den linken Vorhof einzubringen. Wir wenden das Verfahren häufig  bei der Erstablation von persistierendem Vorhofflimmern oder bei einer Zweitablation von Vorhofflimmern an.
die Ablationstherapie mit dem Kryo-Ballon- Ablationssytem  ist besonders zur Erstablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern geeignet. Über einen Führungsdraht mit integriertem zirkulären Lungenvenen-Diagnostikkatheter, der in eine Lungenvene vorgeschoben wird und als Führungsschiene dient,  wird ein Ballon in den linken Vorhof vorgebracht. Dort wird er aufgblasen und gegen die Lungenvenenöffnung vorhofseitig gedrückt. Nach Kontrolle eines guten Verschlusses wird der Ballon heruntergekühlt und vereist die zu abladierende Region zirkulär. Der Eingriff erfordert nur eine transseptale Punktion.

Darüber hinaus kommen im Einzelfall andere moderne Verfahren, wie das PVAC-Ablationssystem zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen zirkulären Ablationskatheter, der über einen in die Lungenvene vorgeführten Führungsdraht ähnlich wie der Cryo-Ballon die Lungenveneneingänge vorhofseitig allerdings mit gepulster Hochfrequenz behandeln kann.

Implantation von Defibrillatoren

Ein ICD (automatischer Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator) besteht ähnlich wie der Schrittmacher aus einem Gehäuse und je nach ICD-Typ aus einem bis drei Elektroden (Sonden). Im Gehäuse ist wie beim Schrittmacher auch ein batteriebetriebener Impulsgeber untergebracht. Damit kann der ICD über die Elektroden mit dem rechten Herzen verbunden Impulse an das rechte Herz abgeben und herzeigene Impulse an den Impulsgeber zurückleiten. Ein ICD hat damit alle Eigenschaften eines Schrittmachers.

Darüberhinaus kann der ICD lebensbedrohliches Herzrasen erkennen und es durch Abgabe von niederenergetischen schnellen Impulsen (schmerzlos und vom Patienten unbemerkt) oder durch Abgabe von Hochenergieschocks (schmerzhaft) sicher beenden.

Das ist die Hauptaufgabe des ICD die Erkennung und Behandlung von lebensbedrohlichem Herzrasen (Kammertachykardie, Kammerflimmern).

Beim lebensbedrohlichen Herzrasen ist die Zeit zwischen den Schlagfolgen sehr kurz, so dass sich das Herz nicht ausreichend mit Blut füllen kann. Das führt zu einer Durchblutungsminderung und damit zu einem Sauerstoffmangel von lebenswichtigen Organen. Das empfindlichste Organ ist das Gehirn. Daher kann es beim lebensbedrohlichen Herzrasen als Folge des Sauerstoffmangels des Gehirns zur Bewusstlosigkeit kommen. Wenn der Sauerstoffmangel länger andauert kann es zum tödlichen Herzkreislaufstillstand kommen.

Die Vorbereitung am Aufnahmetag gleicht dem bei der Schrittmachervorbereitung. Der aufnehmende Arzt nimmt eine kleine Menge Blut ab und informiert Sie eingehend über Ablauf und seltene aber mögliche Komplikationen.

Anders als beim Schrittmacher, muß auf besondere Umstände geachtet werden, die  die Gefahr einer Blutgerinnselbildung im Herzen erhöhen. Das Risiko für Blutgerinnsel im Herzen ist erhöht bei bettlägerigen Patienten, bei Rauchern, bei Gebrauch der Pille, bei Vorhandensein von Vorhofflimmern und einigen selteneren Erkrankungen. In diesen Zuständen muß  nachgewiesen werden, dass eine ausreichende Blutverdünnung in den letzten vier Wochen vor Operation erfolgt ist. Andernfalls muß durch eine Schluckecho-Untersuchung ein Blutgerinnsel im Herzen ausgeschlossen werden.

Der  weitere Ablauf am ersten Krankenhaustag sowie die Operation erfolgt wie bei der Schrittmacherimplantation, aber mit einer zusätzlichen Kurznarkose. Während der Operation, wenn der ICD in der Tasche liegt und mit den fixierten Sonden verbunden ist, werden lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst, um die Funktion des ICD zu überprüfen.

Wenn im Vorfeld ein Blutgerinnsel im Herzen nachgewiesen wurde oder keine ausreichende Blutverdünnung durchgeführt worden ist, kann dieser Funktionstest nicht durchgeführt werden. Daher muß eine ausgiebige therapeutische Blutverdünnung über vier Wochen erforderlichenfalls unter stationären Bedingungen durchgeführt werden, bevor mit der ICD-Implantation begonnen werden kann. Bei reinem Aggregatwechsel kann auf diese Funktionsprüfung zunächst verzichtet werden, sollte aber später nachgeholt werden.

Nach der erfolgreichen Überprüfung der ICD-Funktion wird die ICD-Tasche zugenäht und der ICD wird nochmals eingestellt. Der  unmittelbare postoperative Verlauf am ersten und zweiten Tag ist wie beim Schrittmacher. Es besteht Bettruhe für 24 Stunden.

Am zweiten postoperativen Tag erfolgt eine Untersuchung der Operationswunde, es wird ein EKG geschrieben und ein Röntgenbild des Brustkorbes und der Lunge durchgeführt. Hier geht es wie bei der Schrittmacherimplantation darum, selten auftretende aber mögliche Komplikationen zu erkennen. Im Röntgenbild wird die Lage der Sonden im rechten Herzen beurteilt. Bei Verlagerung der Sonden wird eine Nachoperation erforderlich. Wenn sich Luft im Rippenfellraum befindet, (sogenannter Pneumothorax), muß eventuell ein Kunststoffschlauch in den Brustraum eingelegt werden und die Luft abgesaugt werden. I

m Gegensatz zum Schrittmacher dauert der stationäre Aufenthalt nach einer ICD-Implantation 3-4Tage. Sie bekommen einen Termin in ca. 6 Wochen in unserer ICD-Ambulanz. Hier wird noch mal die ICD-Tasche untersucht, der ICD nach bestimmten Parametern untersucht. Es wird geschaut, ob der ICD lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen aufgezeichnet hat und vielleicht sogar therapeutisch eingreifen musste. Wenn der ICD einen Schock abgibt, bekommt der Träger das in der Regel mit. Leider kann es auch zu inadäquaten Schocks kommen. Gerade bei Vorhofflimmern kann es zu Fehlerkennung durch den ICD und damit zur inadäquaten Schockabgabe kommen.

Inadäquate Schocks werden als besonders unangenehm empfunden, weil der ICD-Träger sich bei vollem Bewusstsein befindet. Inadäquate Schocks können auch durch Artefakte ausgelöst werden. Meistens liegt in diesen Fällen ein technisches Problem vor (z.B. Sondendefekt).

Daher sollte der Patient bei den ersten Schocks  und im Zweifel immer in der ICD-Ambulanz oder über die Rettungsstelle sich vorstellen. Im Falle von inadäquaten Schocks muß das zugrunde liegende Problem umgehend behoben werden. Bei adäquaten Schocks muß nach behebbaren Umständen gefahndet werden (z.B. Durchblutungsstörung am Herzen).

Da der ICD wie der Schrittmacher auch nur eine begrenzte Lebensdauer hat, muß er halbjährlich in der ICD-Ambulanz auf bestimmte Funktionsparameter und Batterie-Zustand untersucht werden. So kann eine drohende Batterie-Erschöpfung früh erkannt werden. In diesem Fall bekommen Sie von uns einen raschen Termin zum Aggregat- (Batterie-)Wechsel.

Wie bei Schrittmachern auch dürfen Sie alle gängigen elektronischen Geräte (Computer, Mobiltelefone auf der ICD-abgewandten Seite, Mikrowelle) benutzen. Elektronische Diebstahlalarmsysteme und Metalldetektoren stören die Funktion des ICDs nicht. Es sollten elektromagnetische Felder, die in der Nähe größerer Rundfunksender oder Kernspintomographie-Geräten entstehen, vermieden werden.

Bei den ICDs gibt es die Möglichkeit für Patienten mit Herzschwäche ein sogenanntes CRT-System implantiert zu bekommen. Das ist im Prinzip ein ICD mit eine dritten Sonde, die in die Koronarvene platziert wird. Über diese Koronarvenensonde wird neben der rechten Hauptkammer auch die linke Hauptkammer stimuliert und zur Kontraktion gebracht. Damit könne die Aktionen der beiden Herzkammer besser auf einander abgestimmt werden. Es resultiert eine ökonomischere Arbeit des Herzens. Das Resultat ist eine Stärkung des Herzens. Wenn Sie an Symptomen der Herzschwäche leiden (z.B. Luftnot, Beinschwellung, Leistungsabfall) prüfen wir, ob Sie von einem CRT-System profitieren würden.


Implantation eines Gerätes zur kardialen Kontraktionsmodulation (CCM)

Wenn Sie nicht die Voraussetzungen für ein CRT-System erfüllen, prüfen wir, ob Sie eventuell von einem CCM-System profitieren (Kardiale Kontraktilitätsmodulation, kurz CCM).

  • Ein CCM-System sieht äußerlich aus wie ein größerer Schrittmacher und beinhaltet einen Herzstimulator, der durch Impulsabgabe in der absoluten Refraktärzeit des Herzens die Herzmuskelkraft erhöhen kann. Die Stärkung des Herzmuskels kann innerhalb von Sekunden eintreten und bis zu sechs Monate dauern.
  • Als Folge verbessert sich die Pumpfunktion des Herzens und die Beschwerden der Herzschwäche gehen zurück. Diese Stimulatoren können auch bei Patienten, die schon einen ICD oder ein CRT-Gerät tragen zusätzlich implantiert werden. Mit einer speziellen Programmierung werden beide Geräte aufeinander abgestimmt, so dass es keine gegenseitige Störbeeinflussung gibt.
  • Da diese Stimulatoren viel Energie verbrauchen, müssen sie einmal pro Woche über ca. 1-2 Stunden von außen aufgeladen werden. Auch diese Geräte werden unter örtlicher Betäubung und einem milden Sedativum wie ein Schrittmacher oder ein ICD unter die Muskelhaut des linken bzw. rechten Brustmuskels implantiert. Von hier werden drei Sonden über die Schlüsselbeinvene oder die Vena cephalica in das Herz vorgeschoben. Das Vorführen und die Positionierung im Herzen geschieht unter Durchleuchtung mit einem Röntgengerät.
  • In Regel  wird der Patient nach 3-4Tagen mit entsprechenden Verhaltenshinweisen entlassen.  Die Funktion dieser Geräte wird in regelmäßigen Abständen von außen durch Magnetauflage seitens des behandelnden Herzspezialisten überprüft.

Schrittmacher Implantation

Schrittmacher sind batteriebetriebene elektrische Geräte, die den Herzmuskel stimulieren. 

  • Sie bestehen aus einem etwa 4cm mal 4cm großen flachen Gehäuse und Elektroden, die das rechte Herz mit dem Gehäuse verbinden. Im Gehäuse sind der eigentliche Schrittmacher oder Impulsgeber und die Batterie untergebracht. Je nach Schrittmacher-Typ können ein zwei oder drei Elektroden (auch Sonden genannt) vorliegen.
  • Herzschrittmacher kommen zum Einsatz, wenn die Reizbildung im Vorhof oder  in der Hauptkammer des Herzens gestört ist, so dass das Herz unregelmäßig oder zu langsam schlägt. Die Sonde leitet elektrische Signale zum Herzen und herzeigene Signale zum Impulsgeber zurück. Dadurch erfolgt eine automatische Steuerung der Leistung. Unregelmäßiges oder langsames Herzschlagen können zu Schwindel, Luftnot und im ungünstigsten Fall zum Bewusstseinsverlust mit Verletzungsfolge führen.
  • Wenn bei Ihnen die Indikation für einen Herzschrittmacher gestellt wird, können Sie über unsere Rhythmussprechstunde, über unsere Poliklinik oder einfach über unsere Notaufnahme aufgenommen werden.
  • Am Aufnahmetag werden Sie von einer Kollegin/einem Kollegen genauestens über die Indikation, die Implantation und die Implantationstechnik sowie über die voraussichtliche Krankenhausaufenthaltsdauer informiert. Zur Vorbereitung der Operation wird eine kleine Menge  Blut abgenommen (ca. 10ml). Nachdem Sie am Aufnahmetag schriftlich Ihre Zustimmung gegeben haben, wird am zweiten Krankenhaustag die Implantation durchgeführt. Vor der Operation müssen Sie nüchtern sein. Die Medikamente sollen eingenommen werden.
  • Wie jede Operation wird auch die Schrittmacher-Operation unter hochsterilen Bedingungen durchgeführt. Im Operationssaal wird die Implantationsstelle nach intensiver Desinfektion durch direkte Hautinjektionen ausgiebig betäubt. Der Implantationsort befindet sich in etwa 90% der Fälle unterhalb des rechten Schlüsselbeines und in etwa 10% unterhalb des linken Schlüsselbeines. Wenn erforderlich können auch schmerzstillende oder beruhigende Medikamente über die Vene verabreicht werden.
  • Nach der örtlichen Betäubung  wird ein ca. 5cm langer Hautschnitt gesetzt. Dann wird die Schrittmacher-Tasche unter der Haut vorbereitet. Im Anschluß wird unter Röntgen-Kontrolle die Schlüsselbeinvene mit einer Hohlnadel punktiert. Über diese Punktion können unter Röntgenkontrolle bis  zu drei Sonden in das rechte Herz vorgeschoben werden.
  • Beim Einkammerschrittmacher bekommen Sie eine einzige Sonde in die rechte Herzhauptkammer platziert, bei Zweikammerschrittmachern wird eine zweite Sonde in den rechte Vorkammer platziert und beim Dreikammerschrittmacher (sog. CRT-System) wird eine dritte Sonde in die Koronarvene eingeführt.
  • Beim Einführen der Sonden kann es in seltenen Fällen zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Diese kann sofort behoben werden. Nach endgültiger Positionierung der Sonden, wird die korrekte Lage durch das Messen von elektrischen Eigenschaften der Sonden und von herzeigenen Signalen bestätigt. Erst nach dieser Bestätigung werden die Sonden durch zwei Nähte auf dem Brustmuskel festgenäht und an den eigentlichen Schrittmacher angeschlossen. Schließlich wird die Haut über dem Schrittmacher zugenäht und die Wunde mit kleinen Metallklammern verschlossen.
  • Der Schrittmacher wird mit einem Programmiergerät abgefragt und eingestellt. Dabei bekommen Sie Ihren Schrittmacherausweis und den Termin für die erste ambulante Nachsorgeuntersuchung mit Funktionsuntersuchung des Schrittmachers (in der Regel 6 Wochen später). Während der Operation bekommen Sie ein Antibiotikum über die Vene infundiert.
  • Nach Beendigung der Operation werden Sie auf die Station zurückgebracht. Erforderlich ist eine Bettruhe von 24 Stunden. Essen ist sofort möglich. Sie müssen unbedingt den Arm der Operationsseite schonen. Die nächsten drei Monate müssen zu starke Auslenkungen des operationsseitigen Arms vermieden werden.
  • Am Nachmittag wird die Schrittmacherwunde von einem Arzt untersucht (in der Regel vom Operateur). Es wird vor allem auf stärkere Blutungen oder Blutergüsse geachtet.
  • Am dritten Krankenhaustag wird die Operationsstelle noch mal untersucht. Es wird ein EKG geschrieben und ein Röntgen des Brustkorbes und der Lunge durchgeführt. Im Röntgenbild wird noch mal die korrekte Lage der Schrittmachersonden verifiziert. Sollten die Elektroden nicht mehr an der richtigen Stelle liegen (selten aber möglich), wäre eine Nachoperation erforderlich. Darüber hinaus wird mit dem Röntgenbild untersucht, ob Luft in den Rippenfellraum eingedrungen ist. Dieser sogenannte Pneumothorax ist eine seltene Komplikation bei der Punktion einer Schlüsselbeinvene. Sollte dieser seltene Fall eintreten, muß eventuell ein Kunststoffschlauch in den Brustraum eingelegt werden und die Luft abgesaugt werden.
  • Nach Durchführung dieser Untersuchungen können Sie nach drei Tagen Krankenhausaufenthalt entlassen werden. Sieben Tage nach Operation können die Klammern entweder bei Ihrem Hausarzt oder bei uns auf Station entfernt werden.
  • Bis dahin sollte kein direkter Wasserkontakt mit der Wundfläche erfolgen. Da die Lebensdauer der Schrittmacherbatterie auf ca. 5-7 Jahre begrenzt ist, muß in regelmäßigen Abständen (ca. 2x/Jahr) die Funktion des Schrittmachers untersucht werden. Das erfolgt bei uns in der Schrittmacherambulanz. 
  • Sie dürfen alle gängigen elektronischen Geräte (Computer, Mobiltelefone auf der schrittmacher-abgewandten Seite, Mikrowelle) benutzen. Elektronische Diebstahlalarmsysteme und Metalldetektoren stören die Funktion des Schrittmachers nicht. Es sollten elektromagnetische Felder, die in der Nähe größerer Rundfunksender oder Kernspintomographie-Geräten entstehen, vermieden werden. Allerdings gibt es inzwischen auch Kernspin-taugliche Schrittmacher, die wir auch implantieren.

Ereignisrekorder

Ereignisrekorder sind kleine Geräte von der Größe eines kleinen Feuerzeugs, die unter die Haut implantiert werden.

  • Mit Hilfe von Ereignisrekordern können Rhythmusstörungen, die sich der Diagnostik und Dokumentation entziehen, erfasst werden. Ausdruck dieser Rhythmusstörungen können Beschwerden sein wie Schwindel, vorübergehende Bewusstlosigkeit, Herzrasen, seltener auch Luftnot oder Schmerzen in der Brust. In solchen Situationen können Sie mit einem kleinen Gerät den Ereignisrekorder von außen aktivieren und damit das aktuelle EKG speichern. Später kann dieses EKG wieder abgerufen werden und damit der Grund Ihrer Beschwerden weiter eingekreist werden.
  • Die Implantationsstelle, die sich meistens einige Zentimeter links vom Brustbein und unterhalb des Schlüsselbeins befindet wird ausgiebig betäubt. Dann wird ein Hautschnitt von ca. 10mm gesetzt. Dann wird die Tasche unter der Haut präpariert, in die das Gerät eingesetzt wird. Die Batterie des Gerätes reicht bis zu 2,5 Jahren. Danach kann das Gerät ausgetauscht werden, wenn nötig.

Bradykarde Arrhythmien

Eine Verlangsamung des Herzschlages durch eine Erkrankung des natürlichen Schrittmachers des Herzens, dem Sinusknoten,  oder des AV-Knotens bzw der Strukturen der spezifischen Vorhof-Kammerleitung (His-Bündel, Faszikel) mit Blockierung der Überleitung der elektrischen Erregung vom Vorhof auf die Herzkammern können durch Verminderung des Blutangebotes an die Organe zu erheblichen Beschwerden führen.

Dies kann sich in Schwindelanfällen, plötzlichen Bewusstseinsverlusten, Müdigkeit und Leistungsknick äußern. Darüber hinaus kann sich eine "bradykarde" Herzschwäche entwickeln. Im Falle eines Ausfalls der Sinusknotenaktivität oder der kompletten Blockierung der AV-Leitung tritt sehr häufig ein Ersatzrhythmus auf. Bleibt dies aus, kann die bradykarde Arryhtmie zum Tode führen.

Die Therapie ist daher die Implantation eines Schrittmachersystems, das die Aufgabe des Sinusrhythmus übernimmt und elektrische Impulse an das Herz abgibt oder synchronisiert zur elektrischen Eigenaktivität der Vorhöfe bei AV-Blöcken die herkammern mit elektrischen Impulsen versorgt.

Rhythmologisches Team:

Dr. med. Mattias Roser

Senior Consultant Rhythmologie

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Dr. med. Philipp Attanasio

Stellv. Leiter Rhythmologie (Schwerpunkt Ablationen)

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Dr. med. Patrick Oliver Nagel

Stellv. Leiter Rhythmologie (Schwerpunkt Devices)

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Susanne Wenzel

Patientenmanagement (Kontaktaufnahme und Terminvergabe)

Susanne Wenzel
Dipl.-Biol. Katja Hubert

Studienkoordination Elektrophysiologie | Leitende Studienkoordinatorin | Studienkoordination DZHK | Koordination Herzinsuffizienznetzwerk

Dipl.-Biol. Katja Hubert

Terminvereinbarung können über unser Sekretariat vorgenommen werden.

Susanne Wenzel

Patientenmanagement (Kontaktaufnahme und Terminvergabe)

Susanne Wenzel