Therapie verengter Nierenarterien (Nieren-PTA)

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Indikation

Nierenarterienstenose vor PTA
Nachweis erfolgreiche PTA

Neben der Urinproduktion und der Verstoffwechselung zahlreicher Fremdstoffe produziert die Niere Hormone:

Renin, für die Blutdruckregulation
Erythropoetin, für die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark

Durch eine Verengung der Nieren-Schlagadern (Nierenarterienstenose = NAST), wird die Niere mit Blut unterversorgt.

Folgende Entwicklungen können eintreten:

Blutdruckerhöhung durch erhöhte Renin-Hormonausschüttung
Blutarmut (Anämie) durch Einstellung der Blutbildung
Nierenschrumpfung durch Mangeldurchblutung bis hin zum kompletten Funktionsverlust
lebenslange Nierenersatztherapie mittels einer Dialyse.

Häufigkeit von Nierenarterienstenosen:

1 % Patienten mit mildem Blutdruck
4-4,5 % Patienten mit medikamentös schlecht eingestelltem Blutdruck
20-30 % Patienten mit einer einseitig diagnostizierten NAST weisen beidseitige Verengungen auf

Methode

  • Nierenarterienstenosen können mittels nicht invasiver Verfahren wie Farbdoppler-Ultraschall, CT- oder MRT-Angiographie vermutet werden.
  • Der Goldstandard für einen Nachweis ist die arterielle Angiographie (BILD Nierenstenose vor PTA).

Nierenarterienstenosen können in 95 % der Fälle mittels

  • Aufdehnung eines eingeführten Ballons (PTA= perkutane transluminale Angioplastie) und
  • gleichzeitigem Einsetzen einer auf dem Ballon aufgebrachten Gefäßstütze (Stent) in die Engstelle

Ablauf der Untersuchung

  • Punktierung der Leistenarterie nach Desinfektion der Leistengegend
  • Einlegen eines Kunststoffschlauches (Schleuse) in dieses Gefäß zum Zugang in das arterielle System
  • Vorbringen eines Katheters in den Abgang der Nierenarterien und
  • selektive Injektion von Kontrastmittel in die rechte und linke Nierenarterie.
  • Bei einer Verengung von >60 % erfolgt in der gleichen Sitzung eine PTA, meist mit gleichzeitiger Stentimplantation.
  • Der Patient kann nach 6 Stunden Bettruhe wieder mobil sein und am Folgetag die Klinik verlassen. Im Falle einer Stentimplantation erfolgt eine Kombinationstherapie von ASS und einem weiteren blutplättchenhemmenden Medikament (Clopidogrel) für 4 Wochen mit anschließender lebenslanger Einnahme von ASS.

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr. Ulf Landmesser

Klinikdirektor / BIH-Professor für Kardiologie

Prof. Dr. med. univ. Ulf Landmesser