Messung der fraktionellen Koronarflussreserve (FFR)

Manchmal ist es schwierig alleine an Hand des angiographischen Bildes eine Entscheidung zu fällen, ob eine Stentimplantation wirklich notwendig ist, oder ob eine medikamentöse Behandlung ausreichend wäre.

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Stentimplantation wirklich erforderlich?

Manchmal ist es schwierig alleine an Hand des angiographischen Bildes (= Gefäßdarstellung mit Röntgenkontrastmittel Abb. 1) eine Entscheidung zu fällen, ob eine Stentimplantation wirklich notwendig ist, oder ob eine medikamentöse Behandlung ausreichend wäre.

Um bei dieser Fragestellung sicherzustellen, dass die Patientin/ der Patient wirklich von einer Stentimplantation profitiert kann eine sogenannte "pressure wire" (Druckdraht) Untersuchung durchgeführt werden. Dabei wird ein spezieller Draht, welcher an der Spitze mit einem Blutdrucksensor ausgestattet ist, in das Herzkranzgefäß bis unterhalb der Engstelle vorgeschoben. Nun wird dem Patient ein Medikament (Adenosin) langsam über einen Zugang in die Ellenbeugen-Vene verabreicht, welches eine Gefäß erweiternde Wirkung hat und damit eine Stresssituation simuliert. Nun kann der Blutdruck unterhalb der Engstelle gemessen werden und mit dem Referenzblutdruck in der Hauptschlagader (Aorta) verglichen werden. Nur wenn dabei ein deutlicher Blutdruckabfall unterhalb der Engstelle erkennbar wird (gemessen als Fractional Flow Reserve/FFR ≤0.80), sollte ein Stent implantiert werden. Besteht nur ein leichter oder gar kein Blutdruckabfall, so ist eine Stentimplantation nicht erforderlich.

Mehrere große internationale Studien haben die verlässliche Vorhersagekraft dieser "Pressure Wire" Methode belegt, sodass Stents heute sehr gezielt nur bei den Patienten implantiert werden, die dann hinsichtlich ihrer Beschwerden (z.B. Angina pectoris, Luftnot) auch deutlich von dem Eingriff profitieren

Abbildung 1. Rechtes Herzkranzgefäß mit einer Engstelle von unklarer Bedeutung. Soll hier ein Stent implantiert werden oder ist dies noch nicht erforderlich?
Abbildung 2. FFR Messung mittels „Pressure Wire“ (Druckdraht) und Bestimmung des mittleren Blutdrucks in der Aorta und unterhalb der Engstelle. Bei einer FFR ≤ 0.80 profitiert der Patient von einer Stentimplantation.

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