Entnahme von links- und rechtsventrikulären Myokardbiopsien

Eine Myokardbiopsie (Entnahme von Proben aus der Herzinnenwand) erfolgt aufgrund von Voruntersuchungen wie EKG, Ultraschall, MRT, Röntgenuntersuchung und Linksherzkatheteruntersuchung bei Verdacht auf eine Herzmuskelerkrankung, insbesondere eine akute oder chronische Entzündung (Myokarditis), oder Speichererkrankungen. Unbehandelt kann sich eine Herzmuskelentzündung zur chronischen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) entwickeln, bei der die Pumpleistung nicht mehr gewährleistet ist.

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Methode und Ablauf der Untersuchung

Flexible Biopsiezange (Bild1)
Stiff Biopsiezange (Bild2)
  • Im Katheterlabor wird die Leistengegend desinfiziert und steril abgedeckt. In örtlicher Betäubung erfolgt die Punktion der Leistenvene ( V. femoralis) mit einer feinen Nadel.. Anschließend wird ein dünner Kunststoffschlauch (die Schleuse) über einen eingeführten Draht in die Leistenvene eingelegt. Dieser Kunststoffschlauch hat an seinem äußeren Ende ein "Rückschlagventil", das unnötigen Blutaustritt während des Katheterwechsels verhindern soll.
  • Die Biopsiezange (Bild1 / Bild2) wird unter Röntgenkontrolle in die rechte Vorkammer und dann in die rechte Hauptkammer vorgebracht. (Film - Beispiel 1) Aus verschiedenen Stellen der Scheidewand des Herzens werden ca.6-8 stecknadelkopfgroße Proben entnommen und vor Ort an die verschiedenen Laboratorien ausgeliefert. Vor und nach der Probenentnahme werden mit einem speziellen Katheter die Drücke in der rechten Vorkammer und rechten Hauptkammer gemessen. Abschließend wird die rechte Herzkammer mit Kontrastmittel dargestellt um ihre Funktion zu beurteilen.
  • Es werden Einführungsbesteck und venöse Schleuse entfernt und maximal 5 min. komprimiert. Nach ca. 3-4 Stunden ist die Bettruhe aufgehoben und der Patient kann am Folgetag das Krankenhaus verlassen.
  • Die entnommenen Proben (Film - Beispiel 2) werden in verschiedenen Speziallaboren unseres Hauses von einem speziell ausgebildetem Team histologisch und immunhistologisch nach Entzündungszellen, verschiedenen Viren und Proteinen untersucht. Aufgrund der z.T. sehr aufwendigen Untersuchungsmethoden dauert es ca. 4 Wochen bis zur Besprechung der Befunde dauern.

Terminvereinbarung können über unser Sekretariat vorgenommen werden:

Kardiologisches Sekretariat

CharitéUniversitätsmedizin BerlinBerlin

Postadresse:Berlin

Ansprechpartner

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Prof. Dr. med. Wolfgang Poller

Leiter experimentelle Forschungsaktivitäten

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Prof. Dr. med. Ursula Rauch-Kröhnert

Personaloberärztin / Leiterin des vorstationären Patientenprogramms und der Gerinnungssprechstunde

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PD Dr. med. Carsten Skurk

Stellv. Klinikdirektor / Leiter Intensivmedizin